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Impuls

Maria – eine von uns
Alltagstaugliche Impulse für die Verehrung der Gottesmutter aus der geistlichen Lehre der heiligen Theresia von Lisieux

Marienverehrung – mit ihr haben manche Menschen heute ihre liebe Not. Die alten Ausdrucksformen von Marienliedern und -gebeten kommen hier und da für viele zu blumig, süßlich und pathetisch daher. So etwas passt nicht mehr in meine Welt, so denken selbst Zeitgenossen, die es ansonsten mit dem Christentum ernstnehmen. Gibt es für sie einen zeitgemäßen Zugang zu Maria? Wir, als Marianische Männerkongregation, haben hilfreiche Hinweise bei der heiligen Theresia von Lisieux (1873-1897) gefunden.
Diese Heilige des 19. Jahrhunderts, eine Angehörige des strengen Karmeliterinnenordens, hat in ihrem Elternhaus die Jungfrau Maria, kennen- und lieben gelernt. Eine Figur der Mutter Gottes bildete den Mittelpunkt des Familienlebens. Hier lehrte Zélie Martin, Theresias Mutter, ihre Kinder das Beten. Im Maimonat, der besonders der Marienverehrung geweiht ist, wurde diese Figur herrlich mit Blumen geschmückt. Als Theresia als Zehnjährige krank war, wurde das Standbild Mariens im Krankenzimmer aufgestellt und vor dieser Figur, die ihr, wie sie berichtet hat, auf dem Hochpunkt ihrer Schwäche zugelächelt hat, ist ihr Heilung geschenkt worden. Die Eltern Louis und Zélie Martin hatten jedem ihrer Kinder als ersten Vornamen „Maria“ gegeben und ihre eigene warmherzige Liebe zur Gottesmutter an ihre Kinder weitergegeben.
An einem Marientag, dem Fest Mariä Geburt, 8. September 1890, legte die junge Ordensschwester in ihrem Kloster die Profess ab. Das erste und letzte schriftliche Gebet, das wir von Theresia besitzen, sind Mariengebete. 239mal kommt sie in ihren Schriften auf die Gottesmutter zu sprechen, von 54 Gedichten Theresias sind Maria acht geweiht, und in weiteren 16 kommt die Mutter Jesu vor. Manches ist hier sicher dem damaligen Zeitgeschmack verhaftet. Das zeigt zum Beispiel das folgende Zitat: „O unbefleckte Jungfrau! Du bist mein milder Stern, die du mir Jesus schenkst und mich mit ihm vereinigst. O Mutter, lass mich unter einem Schleier ruhen – gerade für heute.“ Theresia starb am Vorabend des Rosenkranzmonat-Beginns 1897 nach schmerzhaften Leiden. Ihr Vertrauen auf Maria blieb bis ans Ende ungebrochen. Das ist ihrer Bemerkung zu entnehmen aus den Tagen, als die Tuberkulose sie kaum mehr ein bisschen Atem schöpfen ließ und Blutstürze sie quälten: „Als ich in der verflossenen Nacht nicht mehr konnte, bat ich die Mutter Gottes, meinen Kopf in ihre Hände zu nehmen, um es noch länger ertragen zu können.“ Sie war sich bewusst, dass sie an der Mutter Gottes eine wunderbare himmlische Helferin hatte. Vom 21. August 1897 stammt die Äußerung der jungen Ordensfrau, die fast ein wenig schmerzlich klingt, aber von besonderem Zeugniswert ist, weil sie von einer Todkranken stammen, der kein Mensch mehr helfen konnte: „Die heilige Jungfrau war viel weniger glücklich als wir, denn sie hatte keine heilige Jungfrau, die sie lieben konnte, und das ist ein so großes Glück mehr für uns und eine so großes Glück weniger für sie.“
Wo ragt nun aber die Marienverehrung Theresias über das 19. Jahrhundert hinaus, was macht sie für uns heute aktuell. Einige Aussagen der Heiligen von Lisieux sind hier zentral:

  • „Man dürfte … von ihr [Maria] keine unwahrscheinlichen Dinge sagen, die man gar nicht bestimmt weiß. Wenn man eine Predigt über die Allerseligste Jungfrau hört und man dann von Anfang bis zum Ende gezwungen ist, innerlich auszurufen ‚Oh! Oh!‘, dann ermüdet man, und das alles trägt keineswegs dazu bei, zur Liebe und Nachahmung anzueifern.“
  • „Damit eine Predigt über die Gottesmutter Frucht bringen soll, muss ihr wirkli- ches Leben vor Augen gestellt werden, so wie das Evangelium es tut, und nicht ihr Leben, wie man es sich vorstellt.“
  • „Man ist sich wohl bewusst, dass die Gottesmutter die Königin des Himmels und der Erde ist, aber sie ist mehr Mutter als Königin! Man kann leicht von ihren Vorzügen sprechen, aber damit darf man sich nicht begnügen. Es muss dafür gesorgt werden, dass sie geliebt wird.“

Theresia von Lisieux will also eine nüchterne und realistische Verehrung Mariens. Das Evangelium und die Lehre der Kirche über die Gottesmutter reichen völlig aus, uns ein authentisches Bild von ihr zu vermitteln. Es muss nichts dazu erfunden werden. Schwarzbrot – so darf man hier gleichnishaft sagen – nährt besser und ist gesünder als ständige Zuckerplätzchen. Maria ist von Gott auserwählt, aber auch eine einfache Frau aus dem Volk, die sich den Herausforderungen des grauen Alltags zu stellen hatte und sie in großer, leuchtender Treue zu ihrem göttlichen Sohn und in unbesiegbarem Gottvertrauen gemeistert hat. Weil sie eine von uns ist, deswegen ist sie unsere Weggefährtin und für uns nachahmbar. Wenn wir so zu leben versuchen wie Maria, wird uns das sehr helfen und ermutigen. Wir brauchen nur die entsprechenden Bibelstellen nachzulesen, die von ihr sprechen.
Weil Maria aber nun bei Gott lebt, deswegen kann sie nicht nur durch ihr Vorbild viel für uns tun, sondern auch durch ihre Fürsprache. Sie kann für uns bei Gott ein gutes Wort einlegen, wie sie es für die Menschen auf der Hochzeit von Kana tat. Ihre Zugewandtheit zu uns ist vom Himmel her nicht geringer geworden als in den Tagen ihres Erdenlebens. Von dorther kann die Gottesmutter für u7ns sogar noch viel mehr tun. Jesus gab sie unter dem Kreuz dem heiligen Johannes und in ihm sicher uns allen zur Mutter. Das ist sie auch im Himmel geblieben, ja sie ist es uns von dort mehr als je zuvor. Sie ist mehr „Mutter als Königin“, sagt Theresia. Maria – keine uns ferngerückte Eisprinzessin irgendwo auf einem Olymp, sondern eine Mutter mit liebendem Herzen.
Mit diesen Impulsen der heiligen Theresia von Lisieux kommt Maria uns nahe, kommen wir in eine tiefe Begegnung mit der Mutter des Herrn hinein, und so wollen wir gern dafür sorgen, dass Maria auch von den anderen geliebt wird. Als Marianische Kongregation können wir bezeugen: Maria tut uns gut – und wir laden auch euch alle zur Begegnung mit ihr ein!